|
Wie wir nun alle wissen, ist Bildung für das Hochtechnologieland Deutschland die wichtigste Resource für die Zukunft.
Dem trägt das Land Schleswig-Holstein durch das neue Schulgesetz eindrucksvoll Rechnung. Eine Konsequenz dieses Gesetzes ist die Mindestgrößenverordnung, die zur Schließung zahlreicher
Grundschulen im Lande führt. So wurden auch auf Sylt mit Ende des Schuljahres 2006/2007 die Grundschulen in Keitum und List geschlossen. Die zuständige Schulrätin erklärte, dass die
Schließungen natürlich nicht aus finanziellen, sondern ausschließlich aus pädagogischen Gründen erfolgen. Die Begründung lieferten die Bildungsexperten des Landes- rechnungshofes bereits vor
einigen Jahren: Durchschnittlich 24 Schüler pro Klasse sind Luxus. Diese bahnbrechende Erkenntnis intensiver deutscher Bildungsforschung hat sich aber z.B. in nordeuropäischen Ländern noch
nicht durchgesetzt. Hier wird sich deutschen Bildungsexperten in Zukunft sicher noch ein reiches Betätigungsfeld bieten, denn dort liegen die Klassenfrequenzen noch immer unter 20.
Was geschieht nun aber mit den Schülern der geschlossenen Schulen? Die Schüler aus List werden in Zukunft die
Norddörfer Grundschule in Wenningstedt besuchen. Im laufenden Schuljahr sitzen dort in der ersten Klassen etwa 30 Schüler. Die Schüler aus Keitum besuchen nun die Grundschule in Tinnum. Dort
muss die Schule erweitert und für den Ganztagsbetrieb umgebaut werden. Zwei Klassen werden behelfsmäßig in Containern und ein Teil der Kinder wird in Keitum unterrichtet. Aber auch dies ist
sicher eine äußerst wichtige Erfahrung für diese Kinder.
Auch die Grundschulen in Morsum und Hörnum könnten möglicherweise geschlossen werden, falls ihre Schülerzahlen
irgendwann nicht mehr “ausreichend” sind. Vielleicht entdecken manche Eltern in List und Keitum aber plötzlich ihre dänische Gesinnung, denn dänische Grundschulen gibt es in
diesen Dörfern noch.
Was passiert mit den nun ungenutzten Schulhäusern? Weitsichtige Menschen werden sicher wirtschaftlich sinnvolle
Nutzungsmöglichkeiten finden.
Auf die Diskussion um die Zukunft der Haupt- und Realschule und des Gymnasiums in Westerland darf man gespannt sein.
Die Anmeldezahlen an den Gymnasien stiegen in den letzten Jahren in Schleswig-Holstein stark an. Auf Föhr gibt es aber seit Kurzem eine Elterninitiative, die sich gegen den Erhalt des dortige
Gymnasiums und für die Einrichtung einer Gemein- schaftsschule einsetzt.
|