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Nicht mehr die Feier der Sylter
SYLT(ich)
Was hält die Sylter Jugend vom jahrhundertealten Biikebrauch? Das wollten wir am Rande der
C.-P.-Hansen-Jugendpreisverleihung im Schulzentrum von fünf zehn- bis 16jährigen wissen.
Die von uns befragten Schüler waren sich einig, daß das nordfriesische Traditionsfest im Prinzip eine gute Sache sei.
Aber die Älteren mokierten sich über die wachsende Zahl von Urlaubern, die die Einheimischen an vielen Feuerstapeln zahlenmäßig überholt haben.
Die beiden Wenningstedter Youngster, Sonja Fitschen und Jasmin Callies, sind sich einig, daß die Biike alle Jahre
wieder eine spannende Angelegenheit ist. Vor allem freuen sich die Zehnjährigen darüber, daß in diesem Jahr ihre in der Norddörfer Schule gebastelte Strohpuppe über der Biike thront.
Auch der 15jährige Carsten Bernau hält viel davon, treu zur Biike zu pilgern. Dabei hat es dem Westerländer das Feuer
an der Tinnumburg besonders angetan: Die Biike da ist so schön gemütlich, und dort sind nicht so viele Touristen, meint er. Zur guten Tradition seiner Familie gehört es, daß Oma zu Hause
stets für den Grünkohl sorgt. Und der schmeckt so gut, wie nirgendwo anders, davon ist ihr Enkel felsenfest überzeugt.
Cindy Altmann hat mit ihren 14 Jahren überhaupt keine Beziehung zur Biike mehr. Für sie stellt sich der Winterbrauch
als großes Touristengeschäft dar. Dennoch geht die Hörnumerin ebenfalls zur Biike am Campingplatz. Allein schon deshalb, weil sie als Mitglied der Jugendfeuerwehr Brandwache hält. Der
Teenager findet es dann am 22. umso lustiger, mit ihresgleichen den Petritag im Alten Kursaal zu feiern.
Birte Mungard meint, die traditionellen Feuerstapel am 21. Februar seien mittlerweile schrecklich. Sie ärgert sich: Das
ist längst nicht mehr das Fest der Insulaner, das es früher mal war. Die Touristen machen alles kaputt. Dennoch kann Birte ansonsten einigermaßen damit umgehen, daß es auf der Insel meistens
mehr Urlauber als Sylter gibt. Das ist ja auch gut so für die ganze Insel. Aber für die Traditionspflege ist es aus ihrer Sicht nicht in Ordnung, daß auch an den Biiken die Fremden
dominieren.
Jasmin Callies, 10. Cindy Altmann, 14. Carsten Bernau, 15. Birte Mungard, 16.
Sylter Rundschau vom 20.02.1999
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