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Über das traditionelle Biikebrennen gibt es verschiedenen Legenden, die aber im wesentlichen durch den Sylter
Chronisten C. P. Hansen überliefert wurden. Sie besagen, dass das Biikebrennen ein alter heidnischer Brauch zur Austreibung des Winters sei. Später sollen die Sylter Seeleute mit der
Biike verabschiedet worden sein, wenn sie zum Walfang aufbrachen.
Der Westerländer Kapitän Henning Rinken erwähnt das Biikebrennen in seiner Sylter Chronik von 1843 nur kurz:
“...
So wie die Kirchspiele durch das Läuten der Glocke, so wurden die Harden durch Feuerbaken, Bieckenbrennen zusammengerufen. ...”
(Henning Rinken, Chronik betreffend der Insel Sylt, Hrsg.: Karl Schmidt-Rodenäs, 1992)
Boy Peter Möller gibt in seinem Söl’ring Uurterbok von 1915 für das Wort Biike folgende Erklärung:
“Biiki, älter Biiken ... das am Abend des 21. Februar
alljährlich auf den friesischen Inseln angezündete Feuer, zur Vorfeier des Petritages (vgl. Pidersdai), ursprünglich wohl Opferbrand, später auch Warnungsfeuer, wenn Gefahr drohte,
jetzt in der Hauptsache nur alter Brauch und Kindervergnügen. In alter Zeit wurde das Bikenfeuer auf den Thinghügeln angezündet, namentlich zur Einleitung des Things, jetzt auf irgendeinem
Grab- oder Malhügel, z.B. in Keitum auf dem Tipkenhügel.”
Tatsächlich ist es zumindest fraglich, ob vor Mitte des 19. Jahrhunderts auf Sylt überhaupt ein Biikebrennen stattfand.
Dafür gibt es einen einfachen Grund: Brennmaterial war auf Sylt sehr knapp und kostbar und wurde dringend zum Heizen der Häuser benötigt. C. P. Hansen vermutet selbst, dass die Biiken in
früherer Zeit aus einem mit Stroh und Teer gefüllten Fass bestanden. Tatsache ist, dass der 22. Februar (Petritag) neben dem 29. Juni und dem 26. Oktober einer der drei Gerichtstage im
Jahr war. An diesem Tag fällte der Sylter Rat Gerichtsurteile, die Seeleute handelten mit den Küstenschiffern die Passagen zu den Seehäfen aus, in denen sie Heuer suchten und es war ein
Festtag, insbesondere für die Jugend und die Kinder. Dies fand 1867 ein Ende, nachdem Schleswig-Holstein preußische Provinz geworden war.
Das Biikebrennen und der Petritag bieben als Fest für die Kinder und als Ausdruck friesische Identität erhalten.
Biikebrennen heute
Zur Sylter Biike Homepage von Martin Borus
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